Montag, 29. september 2008
...rundum auf den Kopf gestellt

 

Irgendwie passiert immer zu viel auf einmal; Man ergibt sich dem Schicksal, denkt, man kann zur Ruhe kommen und dennoch dreht sich alles so schnell, sodass man rastlos in der Rastlosigkeit verweilt.

Was seit dem 15 Juli 2008 passiert ist:

Ich habe unzählige Bewerbungen geschrieben, sogar einen Tag der offenen Tür im Amt wahrgenommen.
Die Belohnung waren unzählige Absagen.
Der Agentur für Arbeit vertraue ich nicht;
Die Dinge nehme ich lieber selber in die Hand und so suchte ich Tag ein Tag aus weiter nach einer Ausbildung für mich.

Es ging soweit, dass ich meine Interessen/Vorlieben irgendwann bei Seite schob und mich für alles beworben habe, was nicht niet und nagelfest war.

Auch Studienbewerbungen waren dabei.

Doch keiner wollte mich, bzw. ich bekam kuriose Absagen álà „Sie haben Abitur? Damit sind sie bereits überqualifiziert.“ (Ja nee ist klar)

Irgendwann kam ein Anruf. Vorstellungsgespräch.
Meine Einstellung:
Locker, ich hatte so viele Absagen kassiert und rechnete nicht mehr mit einer positiven Zusage.
„Wären Sie bereit ein Praktikum zu absolvieren?“ Ein erster Schritt?

Vier Wochen Praktikum sollte ich überstehen, ich bekam KEINE Unterstützung.
(Hallo liebe Agentur für Arbeit – schon mal etwas von berufsvorbereitene Maßnahmen gehört? Fahrkarte und so? Ihr seid alles [Schimpfwort obliegt der Wahl des Lesers]!!!)

Vier Wochen zittern und bangen um einen Ausbildungsplatz.
Man fand mich gut, Lob hier Lob da... einen Tag vor Praktikumsende die Zusage:
Ich habe eine Ausbildung. Beginn erster September.

Hurra?!

 

Es klang ja alles so gut.
Vergütung stimmt.
Jeden Monat einen Einkaufsgutschein.
Alle sprechen sich mit Du an.

Das klang schon zu gut...

... und das sollte sich bewahrheiten.

 

Gut ein Monat seit dem 1. September ist nun vergangen und es hat sich alles gewendet.

Freizeit kenne ich aus Märchenbüchern – bzw. was man so in der „Freizeit“ macht. Ich pendle in meiner „Freizeit“ von der Arbeit zu meinem momentanen Wohnort – selbst in der Frühschicht bin ich erst Abends zu Hause.

Und mir widerfährt bereits im ersten Monat das, was vielen Azubis passiert:

Ausbeute.

Mobbing(versuche).

Einen Spruch kann ich bereits jetzt nicht mehr hören: „Lehrjahre sind keine Herrnjahre“ - trotzdem sollte ein gewisses Maß von Respekt auch Azubis gegenüber gebracht werden.
Wir sind doch alles nur Menschen, die arbeiten um zu leben.

 

Die Frage ist, ob man sich durchbeißen sollte oder sich lieber etwas Anderes sucht...
Ich denke ich bin eher jemand, der aus Prinzip weitermacht, um den Anderen gewaltig in den Popo zu treten.

Vorausgesetzt ich bestehe die Probezeit;
Denn man hat mich bereits darauf hingewiesen, dass ich mich in eben dieser befinde...

 

Aber lernen tut man auf jeden Fall etwas.
Man beginnt ein Interesse an Gesetze und Regeln, die einen selber betreffen, aufzubauen.

 

Berufsschule habe ich natürlich auch. Diese ist immer zwei Mal ein Lichtblick in meiner Woche...

 

Heute ist Sonntag und ich hatte kein Wochenende, da heute Inventur statt fand...
...es war einfach nur schrecklich.

 

Nichts war organisiert, alles durcheinander.
So läuft es bereits seit zwei Monaten ab (Praktikum mit gerechnet) –
Ich möchte ausgebildet werden und nicht als Festangestellte angesehen werden.

 

Meiner Meinung nach dürften Betriebe erst ausbilden, wenn sie geprüft wurden, ob sie überhaupt dazu in der Lage sind. Soll heißen:

Struktur für Azubis

Fördern und Fordern im Betrieb

Stets einen Ansprechpartner
(Der dann auch nicht davon spricht einen „Azubi an der Backe zu haben“)

Korrektes Anlernen

 

All das hatte ich bisher nicht. Dafür hatte ich:

 

Stets Spätschicht (22/23 Uhr zu Hause sein)

ALLEINE eine Abteilung übernehmen

Kein Ansprechpartner; Wenn doch dann genervt

Kein Ausbildungsplan

Anlernen? Ich habe es mir selber angeeignet in der kurzen Zeit...

 

Aber so sieht es aus in Deutschland. Fast überall das Selbe.

Bleibt nur abzuwarten wie es weitergehen mag...
... und was sich ändern wird!?


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